8. Dezember 2016

Charisma – Ausstrahlung: Wege, um kompetenter wahrgenommen zu werden

Tolles Fachwissen, guter Teamplayer, doch irgendwie merkt niemand, welche versteckten Fähigkeiten hier noch schlummern.

Charisma bzw. Ausstrahlung ist einigen von uns in die Wiege gelegt, andere können und müssen es lernen. Und auch hier gilt: wir werden nur so gut werden wie unser tägliches Üben. Doch worauf müssen wir achten? Eine Kollegin erstelle kürzlich einen Fragebogen, in dem sie über sich selbst Fähigkeiten abfragte, online und anonymisiert. Allein die Zusammenstellung der Kompetenzen und ein Ranking von 1 – 5 macht uns bewusst, worauf wir achten wollen: Wortgewandt, motivierend, neugierig, stilsicher, überzeugend…?

Natürlich ist es bequemer, sich zurückzunehmen, den anderen zuzuhören und evtl. auch zu kritisieren. Wer nicht auffällt, bekommt natürlich im ersten Moment weniger Kritik. Wird aber auch weniger wahrgenommen, und die Kompetenzen werden nicht sichtbar und bei der nächsten Beförderung möglicherweise übergangen.

success-1433400_1920Es ist die Kunst, Kompetenz zu zeigen, oder wie Lord Jack G.O. Nasher-Awakemian in seinem Buch schreibt, es ist „Competence Display – DER Schlüssel zum Erfolg“, so wie ein „Bestseller“ für Kompetenzen.

Unsere Kompetenzen sind jedoch erst wahrnehmbar, wenn wir kommunizieren, sei es verbal oder non-verbal.

Power Talk – versus hypnotische Sprachmuster: alles zu seiner Zeit!

Die richtige Geschwindigkeit: Studien haben gezeigt (Miller und Mitarbeiter 1975), dass Schnellredner kompetenter rüberkommen, nach dem Motto: wer schnell redet, denkt auch schnell. Jedoch gilt auch, schnell und klar, kein Nuscheln, gute Tonlage, nicht monoton, fehlerfreie Aussprache, aber auch nicht hastig, nervös, sondern fließend.

Die richtige Lautstärke: eine erhöhte Lautstärke – also etwas lauter als normal (Mehrabian 1972) wird als erhöhte Kompetenz wahrgenommen, jedoch nicht zu laut.

Verzicht auf unnötigen Ballast: keine Füllworte, unnötige „Weichmacher“, unnötige Höflichkeitsfloskeln, unnötiges Wiederholen.

Die richtige Betonung und Intonation: Das Heben der Stimme am Ende eines Satzes, stellt die Aussage wieder in Frage und vermittelt Unsicherheit! Also runter mit der Stimme am Ende des Aussage-Satzes!

Story-Telling – reden in Bildern: Beispiele aus den TED talks zeigen, dass 75 % Story-Telling und 25 % Fakten sind, die die Geschichten untermauern. Bilder und Geschichten bauen eine emotionale Verbindung auf und helfen eine Erinnerungsbrücke zu bauen! Wie wissen: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

Einbindung anderer: Wenn Zuhörer die Möglichkeit erhalten, über sich selbst zu reden, bzw. die eigene Meinung einzubringen, erhöht dieses die Zuhörerqualität, d.h. Ihre Botschaften können besser aufgenommen werden. Jedoch: binden Sie alle ein, jeder sollte seinen Redeanteil erhalten, damit sich niemand übergangen fühlt!

Bereiten Sie sich vor und machen Sie kontinuierlich Ihre Hausaufgaben: Sie sollten Ihr Thema gut kennen, auf Zusatzinformationen zurückgreifen können und sich vorbereiten. Bilden Sie sich weiter und hören Sie nicht auf, Ihr Wissen zu up-zu-daten bzw. zu vertiefen!

Dress for Success: denken Sie daran: es ist wichtig immer etwas over-dressed zu sein. Wir beurteilen Menschen zuerst über Ihr Äußeres, und das in nur wenigen Sekunden  und die sollten wir positiv nutzen!

Non-Verbale Kommunikation: Power-Pose, wie groß sind unsere Gesten, wie gut unsere Körperspannung, machen wir uns groß oder verstecken wir uns. Allein zwei Minuten in einer positiven Siegerpose lassen uns selbstbewusster auftreten, Stresshormone werden gesenkt, das Testosteron steigt an. Es ist eine win-win-Situation, zum einen: wir fühlen uns besser und andere nehmen uns kompetenter wahr.

Nähe und Distanz: Ist unser Händedruck kräftig? Wer darf wen berühren? Meist ist der „Mächtigere“ entschlossener, diesen Schritt zu gehen. Die Kraft des Lächelns baut Brücken und bringt andere näher.

Ein gutes Selbstbewusstsein und –vertrauen. Feedback einholen über die eigene Wirkung, was kann ich erfahren? Wie kann ich mir vertrauen (bevor andere mir vertrauen). Bin ich gestärkt? In Balance? In meiner Mitte? Was tue ich, um Stress abzubauen (Sport, kreative Hobbies, Spielen mit den Kindern, Yoga, Singen…)?

Zusammenfassend:

Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrer Kompetenz nicht genügend wahrgenommen und geschätzt zu werden, liegt das nicht an den anderen… sondern nur an Ihnen selbst! Nur Sie können das ändern, und zwar durch tägliches Üben!

Bild: animatedheaven / pixabay.com

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