15. März 2024
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Zukunftskompetenz: Hybride Führung Teil 2 mit Blick auf die Organisation

 O.k., o.k.!  – das hast du schon zu oft gehört: „Arbeitest du in und am Unternehmen?“ am besten beides! Denn es macht tatsächlich einen großen Unterschied, ob du Gestalterin und Umsetzerin bist oder Dinge unreflektiert einfach hinnimmst und umsetzt und es an dein Team weiterleitest.

Wenn wir über Hybride Führung diskutieren, sollte aus Organisationssicht die Unternehmenskultur, die Gestaltung der Büroräume wie auch die Technologie für hybrides Arbeiten ein gutes Zusammenspiel finden.

“Hallo, kann man mich hören, seht ihr mich… kann ich jetzt teilen? Diese typischen Sätze im digitalen Raum, erleben wir leider immer noch. Die Dimensionen Infrastruktur, Prozess- und Bürogestaltung tragen sehr stark zum Gelingen des hybriden Arbeitens bei. Doch hier gibt es noch einige Baustellen, die je nach Unternehmen unterschiedlich sind.

Viele Prozesse müssen neu bedacht werden. Sind die Betriebsvereinbarungen an die neue Präsenzzeit sowie Arbeitszeiterfassung angepasst, sind die KPIs, die individuellen Zielvereinbarungen mit den Teamzielen aligned, ist das gesamte Unternehmenskonstrukt, die Unternehmenskultur mitarbeiterorientiert gestaltet? Und sind alle ausreichend qualifiziert?

Lt. einer kürzlichen PWC-Umfrage hat sich der Zweck des Büros für alle Menschen geändert. Im nachfolgenden findest du vier Gründe sowohl für Arbeitnehmende wie auch für Arbeitgebende, warum das Büro gebraucht wird.

Arbeitnehmer Arbeitgeber
Zusammenarbeit Höhere Mitarbeiterproduktivität
Sicherer Zugriff auf Geräte oder Dokumente Bereitstellung von Räumen für Treffen mit Kunden
Treffen mit Kunden oder Kollegen Möglichkeit zur effektiven Zusammenarbeit für Mitarbeitende
Fortbildungen und Karriereentwicklungen Bildung einer Unternehmenskultur

Das traditionelle Modell, bei dem jede/r seinen eigenen Schreibtisch besitzt geht zu einem aktivitäts- oder teambasierten Modell über. Break-out-Zonen, Gruppenräume für konzentrierte Teamarbeit, große Café-artige Räume für Kreativität und Zusammenarbeit mit entsprechendem Moderationsmaterial, ja und der Obstkorb und der Kicker-Tisch finden Einzug.

Unternehmenskultur und hybride Zusammenarbeit:

Wir haben in den vergangenen vier Jahren klare Übergänge von reiner Büro-Arbeit über nur Remote-Arbeit bis hin zu hybrider Arbeit erlebt, was unwillkürlich Auswirkungen auf die Belegschaft hat. Jede Organisation sollte ihre Unternehmenskultur überdenken, so dass sich alle Mitarbeitende weiterhin wie ein Teil des Ganzen fühlen können. Und dieses Gefühl muss für alle zu spüren sein, ob im Büro, zu Hause oder in einem Co-Working-Space, z.B. während einer Workation. Und wenn es heißt, „Di-Mi-Do“ ins Büro für alle sollte auch noch gefragt werden, wie die Qualität der Zusammenarbeit jetzt gerade ist, wenn die Zugehörigkeit und Identifikation in den vergangenen Monaten verstärkt in Richtung Familie im Homeoffice gegangen ist. Gibt es jetzt in den Teams verstärkt Spannungen, ein Gefühl von Unfairness, Bevorzugung oder Benachteiligung? Wie könnte eine Team-Spielregel aussehen, damit dies in deinem Bereich gut funktioniert?

Digitale Tools für die hybride Führung:

Die hybride Zusammenarbeit bringt z.B. auch den Umgang mit digitalen Tools mit sich. Asynchrone Zusammenarbeit, der Teammitglieder zu unterschiedlichen Zeiten auf Dokumente, Whiteboards oder Prozesse Zugriff haben, müssen entsprechend aufgesetzt, geschult und gepflegt werden. Ein KANBAN Board als Planner in MS Teams mit oder ohne Termin-Verknüpfung mit Outlook bedarf einer Abstimmung darüber, was in den Team-Kalender gehört und was nicht. Wie in der “Agilen” Team-Arbeit muss die “Definition of Done” für alle klar und nachvollziehbar sein, um nachfolgende Klärungsgespräche und Diskussionspunkte zu vermeiden.

Digitale Tools werden nicht nur eingesetzt, um ein papierfreies Büro zu erlangen oder die Zusammenarbeit hybrider Teams besser zu gestalten, sie helfen auch, die sich immer beliebteren Workation (wo Arbeit und Urlaub miteinander verbunden werden) zu ermöglichen.

Frag dich selbst, wo deine Organisation und vor allem du selbst gerade auf dem Weg zu hybrider Führung stehst und blick kurz auf folgende Bereiche:

Technologie?

  • Bedürfnisse im Homeoffice
  • VPN
  • Cloud-Ablage/-Speicher
  • Digitale Beschilderung
  • Virtuelle Kommunikationstools
  • Intelligente Gebäudetechnologie
  • Arbeitsplatz-Management-Software
  • Kenntnisse der Führungskräfte mit den neuen Technologien für hybride Meetings/Teams

Unternehmenskultur?

  • Was benötigen Mitarbeitende, um sich bei eurem Unternehmen willkommen und erwünscht zu fühlen?
  • Statistiken aus einer Umfrage von Aetna Global haben 33 % der Mitarbeitenden Depressionen und Angstzustände, 32 % klagen über Stress. Was benötigen diese Personen, um sich zu engagieren und mit arbeitsbezogenen Sorgen wie Isolation und einem Mangel an Kreativität und Antrieb klarzukommen?
  • Wenn ihr über eine „Digital-First“ Unternehmenskultur nachdenkt, solltet ihr auch berücksichtigen, wie ihr das Wohlbefinden eurer Belegschaft steigern könnt?
  • Social Glue – wie handhabt ihr die soziale Einbindung als psychologisches Grundbedürfnis?
  • Wie gestaltet ihr die Rolle der internen Kommunikation?

Raum-Konzepte? Welchen Einfluss hat die geringere Nutzung der Büros? 

  • Gibt es nach wie vor zugeteilte Sitzplätze?
  • Gibt es Flexible Sitzplätze und wie ist die Reaktion in deinem Team?
  • Sind neue Team-Bereiche/Meeting-Bereiche entstanden?
  • Eine neue, moderne Raumgestaltung?
  • Sind Büroflächen reduziert worden?

Prozesse?

  • Gibt es angepasste KPIs? Zielvereinbarungen?
  • Denkt ihr darüber nach, auf OKRs (Objectives & Key Results) nachzudenken?
  • Sind eure Betriebsvereinbarungen aktualisiert worden?

Sicherlich gibt es weitere Themenbereiche, die hier nicht aufgeführt sind. Was möchtest du mir noch mitteilen? Welche Bereiche sind in eurem Team, in eurer Organisation relevant? Nach dem Motto: Sharing is Caring freue ich mich, wenn wir voneinander lernen können.

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