14. September 2018

Who is the boss? In Zeiten der Dezentralisierung, Matrix-Organisation oder einem Mix aus allem?

Schon Albert Einstein hat gesagt: Nichts kann existieren ohne Ordnung, nichts kann entstehen ohne Chaos.

Wir reden über selbstorganisierte Teams, laterale Führung, schlanke Organisationen, Silo-Abbau, cross-funktionale Zusammenarbeit, Matrix-Organisationen…doch wer ist der Boss?

„Empowering people“ wird seit vielen Jahren in den Trainings-Katalogen der Organisationen angeboten, doch wollen viele Mitarbeitende oder Teams einen Chef, der sagt, wo es lang geht! Auf der anderen Seite werden die „Freigeister“ aufgrund des demografischen Wandels immer mehr. GenY, GenZ und bleibt es wirklich eine „Stille Revolution“?

Zusammenarbeit auf Augenhöhe – ist es wirklich richtig und wichtig?

Warum fällt es Organisationen schwer, flexible Strukturen einzuführen und auf allen Ebenen Begeisterung dafür zu wecken?Cartoon auf Augenhöhe

Konzerne und Mittelstands-Organisationen befähigen ihre Mitarbeitenden durch Mentoren- und Talent-Programme, Empowerment-Seminare, Führungskräfte werden in Coaching, SCRUM, Design-Thinking, agile Project Management u.v.m. ausgebildet, Raum und Zeit für „Working Out Loud“ genehmigt und trotzdem kommt kaum Bewegung in die Unternehmen. Bereits Toyota hat 1940 das Lean Management eingeführt und wo stehen wir 78 Jahre später?

New Work, neue Arbeitswelten, neue Arbeitsorte, Transparenz und Vertrauen?

Dezentrale Firmenstrukturen gibt es gefühlt seit einer Ewigkeit, doch ein Home-Office genehmigt zu bekommen, das ist nach wie vor ein sensibles Thema in Deutschland. Wie fühlen sich Chefs, wenn sie morgens die einzigen im Büro sind? Vertrauen ist für Vieles das Zauberwort und auch der Schlüssel in die Zukunft. Wer in Regionen mit einer Vollbeschäftigung rekrutiert, kann durch eine dezentrale Firmenstruktur Mitarbeitende fast auf der ganzen Welt anheuern. Durch den Wegfall des Ortes als Einstiegshürde bieten sich für beide Seiten großartige Möglichkeiten. Richtig eingesetzt, gibt die Ortsunabhängigkeit den Mitarbeitenden enorme Freiheiten und große Flexibilität, was sich positiv auf deren Motivation auswirken kann. Das bedeutet auf der einen Seite geringere Kosten auf der anderen aber große Flexibilität. Und die muss organisiert werden!

Not one fit for all! Und wie kann´s funktionieren?

Was gut funktioniert, ist eine Mischung aus Deadlines, Vertrauensarbeitszeit, virtuelle oder face2face (wo möglich) Daily Stand-Ups und Transparenz, Transparenz, Transparenz, virtuelle Kanban-Boards, Team-Aufgaben wie bei Scrum, die Rolle des Chefs als Coach, Trouble-Shouter, Moderator, Konfliktmanager, Kommunikator zwischen den Stakeholdern: Arbeiten auf Augenhöhe!

Alle Teammitglieder organisieren sich über moderne Projektmanagement-Tools. Bekannte Apps wie Skype, Trello oder Slack sind sogar komplett kostenlos erhältlich. Also auch kostenneutral!

Management-Style

Stimmt es tatsächlich, dass die Mächtigen verlieren? Wenn Mitarbeitende „empowered“ werden, sollte die entsprechende Verantwortung und Macht übertragen werden. Und gerade in VUCA-Zeiten, ist das Wissen vieler nötig, um richtigere Entscheidungen zu treffen.

Daher ist in der neuen Welt natürlich das bewährte Führungswissen die Basis, jedoch müssen neue Fähigkeiten dazugelernt werden, um dich auf Augenhöhe Top-Down und Buttom-Up zu begegnen. Beide Seiten sind somit gefordert!

Kommunikation in einer dezentralen Organisation: No Problem

Jeder Mitarbeiter muss exakt wissen, welche Ziele zu erreichen sind, und was er dafür tun muss, welche Berichtswege einzuhalten sind, an wen er sich bei Fragen wendet und woran seine Leistung gemessen wird (Performance Reviews). Im virtuellen Raum gibt es keine stundenlangen Meetings, hier ist eine straffe Moderation, die Einbindung aller Beteiligten noch wichtiger als in face2face Meetings. Ein persönliches Kennenlernen sollte jedoch auch in der New Work eingeplant und organisiert werden!

Fazit: Wer als Organisation auf eine solche Struktur setzt, muss gewisse Dinge neu erfinden und andere, neue Wege gehen.

Der dezentrale Ansatz ist sicherlich nicht für jede Unternehmenskultur, Industrie und Chef- und Mitarbeitertyp das Richtige. Es gilt auch hier: Not one fit for all!

 

Noch keine Kommentare!

Ihr Kommentar